Die Partnerschule der Schule Kielortallee bei Bethlehem
Im Frühjahr 2006 hat die Schulkonferenz beschlossen, eine Partnerschaft mit der Schule Talitha Kumi einzugehen. Die Schule Talitha Kumi liegt in Beit Jala, einem kleinem Ort in der Nähe von Bethlehem in Palästina. Es handelt sich um eine christliche Schule, Träger ist das Berliner Missionswerk. Trotzdem sind etwa 25% der SchülerInnen Moslems.
Insgesamt hat Talitha Kumi ca. 900 SchülerInnen, verteilt auf die Klassenstufen Kindergarten bis 12. An der Schule gibt es etwa gleich viele Mädchen und Jungen, die von insgesamt 52 LehrerInnen nach den palästinensischen Lehrplänen unterrichtet werden.
Für uns besonders interessant ist die Schule, weil dort ab der dritten Klasse deutsch unterrichtet wird. Es ist also möglich, ohne große Umstände zu kommunizieren. Englisch wird ab Klasse eins unterrichtet.
Eine Menge weiterer Informationen über Talitha Kumi bis hin zu den Stundenplänen der einzelnen Klassen (nur auf den englischen Seiten) über Talitha Kumi gibt es auf der (deutsch- und englisch-sprachigen) Homepage der Schule unter www.talithakumi.org .
Aus verschiedenen Gründen - besonders wegen der politischen Lage in Palästina - hat sich die Partnerschaft mit Talitha Kumi im ersten halben Jahr nur langsam entwickelt. Inzwischen wurde ein Briefkontakt der Klassen 3A und 4A zu Klassen von Talitha Kumi hergestellt.
Der Erlös des Weihnachtsbasars 2006 der Schule Kielortallee wird zur Hälfte als "Weihnachtsgeschenk" über das Berliner Missionswerk an Talitha Kumi geschickt werden.
Drei Fragen an die Helfer
Georg Dürr, Schulleiter von Talitha Kumi, Beit Jala bel Bethlehem
CHRISMON: Warum gibt es die Schule Talitha Kumi?
GEORG DÜRR: Diese Schule ist ein konkreter Beitrag zur Friedensfindung im Nahen Osten. 850 palästinensische Kinder, viele schwer traumatisiert durch die tägliche Gewalt, lemen hier ein friedvolles Miteinander - unabhängig davon, ob sie Christen oder Muslime sind.
Ein Leser spendet Ihnen 100 Euro - was machen Sie damit?
DÜRR: Damit finanzieren wir einen Schulplatz pro Monat. Eine unterstützende Patenschaft kostet 30 Euro monatlich.
Welches Ziel haben Sie für die nächsten fünf Jahre?
DÜRR: Die Schule finanziert sich durch das Berliner Missionswerk, Patenschaften und Schulgeld. Allerdings können immer weniger Eltern diesen Betrag aufbringen. Wir brauchen mehr Stipendien. Gerade für Kinder aus armen Familien ist Talitha Kumi der einzige Ort, wo sie in Frieden lernen und leben können.
Talitha Kumi, eine evangelische Schule bei Bethlehem
Talitha Kumi - "Mädchen, steh auf!" Dieses Wort aus dem Markus-Evangelium ist Name und Programm fr Talitha Kumi; die evangelische Schule in Beit Jala bei Bethlehem. Gegründet 1851 als evangelische Mädchenschule hatte Talitha Kumi schon immer eine Vorreiterrolle. Heute zählt Talitha Kumi zu den wenigen Schulen in Palästina, die gleichberechtigtes Lernen fr Jungen und Mädchen sowie ein Miteinander der Religionen ermöglichen. Mit 100 Angestellten gehört die Schule zu den wenigen groen Arbeitgebern in der militärisch abgeriegelten Palästinenserzone um Bethlehem. Die meisten Eltern sind arbeitslos. Täglich erleben die Kinder außerhalb der Schule Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern, Talitha Kumi bemüht sich um Annäherung: Mit einer Partnerschule in Tel Aviv haben Talitha-Schüler auf der EXPO 2000 in Hannover ein Musical aufgeführt: "Lang ist der Weg zum Frieden", Die Schule beherbergt zudem ein israelisch-palästinensisches Friedensinstitut, das propagandafreie Schulbücher entwickelt. Wegen der drückenden wirtschaftlichen Lage ist der Bestand der Schule akut gefährdet.
Was andere meinen
Sumaya Farhat-Naser, Professorin der Bir-Zeit-Universität in Ramalah:
"Talitha Kumi geniet in ganz Palästina ein hohes Ansehen. Hier werden selbstbewusste junge Menschen erzogen und gezielt gefördert, Sie lernen Freude am Leben, Glauben und Zuversicht. Mir öffnete diese Schule den Weg zur Bildung und zum Leben. Was ich heute bin, verdanke ich dieser Schule und ihren Diakonissen."
Aus: Chrismon 12/2004



